Baubiologie - Was ist das?
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Die relativ junge Wissenschaft setzt sich mit den Beziehungen zwischen dem Menschen und seiner umbauten Wohn- und Arbeits-Umwelt auseinander. In den letzten Jahren treten verstärkt Allergien auf, außerdem viele Krankheitsbilder, die sich absolut therapieresistent zeigen. Immer deutlicher werden diese Krankheiten in direkten Zusammenhang mit unserer Umwelt gebracht, denn die meisten erwachsenen Menschen verbringen etwa 90% ihrer Zeit in umbauten Räumen. Das Hauptanliegen des Baubiologen ist es, dem Menschen einen möglichst naturnahen Wohnraum zu verschaffen. Das bedeutet weniger Elektrosmog, keine Schadstoffe, keine Schimmelpilze, ein solides Raumklima, unbedenkliche und gesunde Baustoffe und Inneneinrichtungen.
Im Folgenden finden Sie Beispiele aus unserer Arbeit, wie Baubiologie in der Praxis umgesetzt wird:



Elektrosmog & Strahlung


Juli 2006 Mobilfunkstrahlung in Rott
Messung durch Dipl. Ing. (FH) Birgit Blunser
Sanierungskonzept von Birgit Blunser und Martin Gütter
Anleitung zum Einbau durch Gütter Naturbaustoffe

Elektrosmog

Die Familie T. hatte sich in der Gemeinde Rott ein Haus gekauft. Kurz nach dem Einzug wurde in etwa 100 Meter Entfernung auf einem Bauernhof eine Mobilfunksendeanlage montiert und in Betrieb genommen. Ab diesem Zeitpunkt war das Kind ständig gereizt, es schlief in der Nacht unruhig und auch die Schlafqualität der Eltern verschlechterte sich erheblich. Die Familie hatte die Mobilfunkanlage im Verdacht, diese Störungen zu verursachen.

Daraufhin wurde Frau Blunser beauftragt, Messungen vorzunehmen. Als erstes untersuchte sie die elektrischen und magnetischen Wechselfelder. Diese Werte waren nach dem baubiologischen Standard für Schlafplätze unauffällig.

Bei der Mobilfunkstrahlung wurden Werte bis zu 2200 µW/m² gemessen, dies ist im Vergleich zum Vorsorgewert von max. 10 µW/m² eine deutliche Auffälligkeit.

Daraus ergab sich ein dringender Handlungsbedarf. Die Fa. Gütter Naturbaustoffe wurde hinzugezogen.

Unter Anleitung von Herrn Gütter wurde in sämtliche Außenwände Cuprotect Spezial mit Kalkspachtel eingespachtelt.

Nachdem die Dacheindeckung des Hauses zu erneuern war, konnte ohne großen Aufwand Cuprotect Spezial in die Dachhaut integriert werden. Die Zimmereiarbeiten mit Montage des Abschirm-Gewebes wurden von der Fa. Lindauer Holzbau ausgeführt. Für die technische Beratung stand Herr Gütter zur Seite.

Um eine vollständige Abschirmung zu gewährleisten, wurden noch die Fenster mit abschirmenden Fliegengittern bestückt

Nach Abschluss der Abschirmmaßnahmen wurde eine Nachmessung von Frau Blunser vorgenommen. Die Strahlungsintensität betrug unter 5 µW/m², ein Wert der aus baubiologischer Sicht akzeptabel ist.

Die Schlafqualität der gesamten Familie T. verbesserte sich nach Beendigung der Maßnahmen deutlich.

Februar 2008, Schlafplatzuntersuchung durch Johannes Schmidt

Eine ältere Frau klagte über massive (Einschlaf-)Störungen, unter denen sie seit ca. 3 Jahren litt, und bat um eine Schlafplatzuntersuchung. Dort waren als Auffälligkeiten elektrische niederfrequente Felder (ca. 25 V/m), ansonsten keine besonderen anderen Einflüsse. Andere physikalischen Felder unauffällig; kein Verdacht auf Wohngifte oder Schimmel, natürliche Baustoffe und Mobiliar von bekannten Naturmöbelherstellern. Weitere Messorte im Haus (Küche, Schreibtisch, Wohnzimmercouch) waren unauffällig. Aber der Fernsehsessel hatte es in sich... Dieser war mit elektrischem Verstellmechanismus versehen, die Lehne und eine Fußstütze konnte mittels zweier E-Motoren verstellt werden. Da der Sessel permanent an einer Steckdose angesteckt war, waren auch permanent elektrische Felder vorhanden: über 250 V/m führten zu einer Körperankopplung von ca. 5000 mV. Bei Betätigung der E-Motoren kamen magnetische Felder hinzu. 
Die Empfehlung lautete den Sessel nur noch im ausgesteckten Zustand zu benutzen und die Feldbelastung im Schlafzimmer mittels Netzabkoppler zu reduzieren. 
Nach einer Woche kam der Anruf einer sehr erleichterten Frau, die seit Jahren endlich wieder durchschlafen konnte! Sie hatte den "elektrischen Stuhl" nur noch im ausgesteckten Zustand benutzt und konnte gleich in der ersten Nacht wesentlich besser schlafen; für 2 Stromkreise (Schlafzimmer/Bad) wurden Netzabkoppler eingebaut und damit auch die el. Felder im Schlafzimmer minimiert. Den "elektrischen Stuhl" hatte die Frau vor 3 Jahren zu Weihnachten geschenkt bekommen... 

Schimmelpilz & Allergene
2011 Familie B., Feldkirchen-Westerham
Schimmelpilzuntersuchung in den Wohn- und Kellerräumen eines alten Gutshofes durch Dipl. Ing. (FH) Birgit Blunser und Durchführung der Sanierung durch Martin Gütter

Schimmel

Die Kellerwände des alten Gutshofes zeigen Feuchtigkeitsflecken mit deutlich sichtbarem Schimmelpilzbefall. Dem Auftraggeber war es vor allem wichtig festzustellen, ob eine Verdriftung möglicher Schimmelpilzsporen im Wohnbereich des Hauses vorliegt und welche Sanierungsmaßnahmen im Keller sinnvoll sind.

Am Ortstermin wurden Schimmelpilzuntersuchungen in der Raumluft durchgeführt. Die Isolierung der Heizungsrohre wurde auf Asbestfasern untersucht.

Die Untersuchungsergebnisse ergaben einen massiven Schimmelpilzbefall im Keller und Verteilung der Schimmelpilzsporen auch in den Wohnbereich. Asbestfasern wurden keine gefunden.
Um vorab die Belastung aus dem Wohnraum zu nehmen, wurde eine Feinreinigung durchgeführt. Die Fa. Gütter stellte als erstes Luftreinigungsgeräte in die Kellerräume, um die Schimmelpilzbelastung zu reduzieren. Der feuchte Keller wurde außerdem mit Trocknungsgeräten getrocknet.
Schimmel Der befallene Putz wurde großflächig abgenommen und das kontaminierte Material fachgerecht entsorgt. Die Wände wurden abgedichtet und mit Isolier- und Entfeuchtungsputz verputzt. Dadurch konnte die Oberflächentemperatur an den Außenwänden gehoben werden. Somit ist keine weitere Kondensfeuchte zu erwarten. Zum Abschluss wurde der ganze Keller mit Kalkfarbe gestrichen.

 



2009- Familie Geiger – Fischbachau – Schimmelpilzbefall in einem denkmalgeschützten Bauernhof
Untersuchung von Dipl. Ing. (FH) Birgit Blunser
Sanierungskonzept von Birgit Blunser und Martin Gütter
Ausführung der Sanierung durch Gütter Naturbaustoffe
Bauernhof Im Wohnzimmer des Bauernhofs wuchs an den Wänden Schimmelpilz.

Die Eigentümer hatten Verschiedenes unternommen um diesen zu beseitigen, bisher ohne Erfolg. Beim Ortstermin führte Frau Blunser bauphysikalische Untersuchungen durch. Diese ergaben zum einen aufsteigende Feuchtigkeit durch fehlende Bodenabdichtung, zum anderen zu niedrige Temperaturen an der Innenseite der Außenwände. Eine Fassadendämmung konnte nicht angebracht werden, da das Gebäude denkmalgeschützt ist.

Das Sanierungskonzept von Herrn Gütter sah vor, innen den kompletten Putz abzunehmen und durch eine fünf Zentimeter dicke Schicht Isolier- und Entfeuchtungsputz auf Kalkbasis zu ersetzen. Im unteren Bereich der Mauer wurde eine Wandheizschlange verlegt, die solarbetrieben das Mauerwerk ganzjährig anwärmt. Auf der restlichen Wandfläche wurde Wandheizung verlegt, die Heizschlangen in reinem Kalkputz eingeputzt, der gesamte Raum anschließend mit Kalkfarbe gestrichen. BauernhofAußen am Gebäude war eine Drainage vorgesehen, diese ließ Martin Gütter vom Bauherrn wieder herausnehmen und stattdessen das Gebäude von außen mit einer mineralischen Stampflehmschüttung abdichten. Familie Geiger hat seither weder mit feuchten Wänden, noch mit Schimmelpilz Probleme. Die natürlichen Materialien sowie die Wandheizung sorgen für ein angenehmes Raumklima. Herr und Frau Geiger fühlen sich sehr wohl.

Die Sanierungsmaßnahmen wurden vom Landesamt für Denkmalpflege gefördert und können auf 12 Jahre steuerlich abgeschrieben werden.


Wohngifte & Schadstoffe

2011 Schadstoffuntersuchung im Verwaltungsgebäude der Gemeinde Anzing
durchgeführt von Dipl. Ing.(FH) Birgit Blunser

AnzingEinen Monat nach Bezug des völlig entkernten und neu renovierten Verwaltungsgebäudes klagten die Mitarbeiter über zu trockene Luft und starke Geruchsbelästigung in den Büroräumen. Kopfschmerzen, Halskratzen und Konzentrationsstörungen waren die Folge.
Um die Ursache herauszufinden, nahm Frau Blunser als erstes eine Messung von Temperatur und Luftfeuchte vor. Der im Raum vorhandene Staub wurde auf PAK, Biozide, Riech-, Reiz- und Allergiestoffe untersucht. Desweiteren forschte die Baubiologin nach Formaldehyd, VOC und Schimmelpilzsporen.
Ein einzelner Verursacher für die Beschwerden der Mitarbeiter konnte nicht ausgemacht werden. Relativ schnell war klar, dass es sich um einen Mix an Schadstoffabgaben handeln musste, da sich ja bekannterweise die Abgasungen konventioneller Baustoffe zu einem Synergieeffekt aufbauen. Anzing
Zusammenfassend lässt sich sagen:

  • Im Vorfeld wurde nicht optimal auf gesunde Baustoffe geachtet. Hier wäre eine Beratung seitens eines Baubiologen in der Planungsphase sinnvoll gewesen.
  • Zu schneller Einzug nach Fertigstellung, so dass die Ausgasungen der konventionellen Baumaterialien noch erheblich zu hoch waren.

Um die Schadstoffe zu reduzieren lieferte die Fa. Gütter zwanzig Raumluftreinigungsgeräte für die Büroräume. Dadurch konnte die Belastung für die Mitarbeiter erheblich verringert werden.

>> Bericht in der Süddeutschen Zeitung vom 2.3.2011